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Am Boden zerstört


Der zum xi. castroper und rauxelianischen lyrischen stammtisch vorgeladene vielversprechende Nachwuchspoet Kevin Krabitzky (erster v.r.) mit seiner Gattin Chantal Brocken-Krabitzky und Töchterchen Moira.

Gute Nacht Freunde, es wird Zeit für mich zu gehn.
Was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Senfbulette
und ein Joint aus Gras im Stehn.

Für das Trauma, für die Nacht unter eurem Dach habt Dank,
für den Platz an eurem Tisch, obwohl es daran ganz schön stank,
für die Wucht mit der an Euch mein Traum vom Dichterglück zerschellt,
als sei selbstverständlicher nichts auf der Welt.

Gute Nacht Freunde, es wird Zeit hier abzuhaun.
Doch bleib ich, für alle Fälle, noch für eine Frikadelle
und um ein Guinnessglas zu klaun.

Habt Dank für die Zeit, die ich mit euch verschwendet hab
und für eure Geduld, wenn’s mehr als eine Meinung gab,
dafür, daß Euch scheißegal, wie’s dem Dichternachwuchs geht,
dafür dass ihr laut flucht wenn mein Kind daneben steht.

Gute Nacht Freunde, hier fühl ich mich so verlorn.
Und weil alles so beknackt is, ess ich noch ein Stück Gehacktes
und trink ein letztes Gläschen Korn.

Für Euer Vorbild, ihr Gesocks, dass ihr uns Jungpoeten seid,
ihr seit ständig nur am keifen, ihr liegt ständig nur im Streit.
Nach all dem Elend gibt’s nur eins, das mir halbwegs noch gefällt:
des doofen Brodtes Kneipe ist nun endlich aus der Welt.

Gute Nacht Freunde, es wird Zeit für mich zu fliehn
Doch solang ich hier noch steh, mach mir eine Tasse Tee.
Der muss acht Minuten ziehn.

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