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Beiträge veröffentlicht in “Sigismund Schimmelpoth”

Wo Senf zu gegeben werden muss

Das Gedicht von Sigismund Schimmelpoth im Wortlaut

Wenn es gilt sich wichtigzumachen,
sich aufzuplustern und von seiner eigen Wichtigkeit
besoffen durch die Feuilletons zu torkeln,
dann kann und will ich nicht hintanstehen.

Ich hab überhaupt schon viel zu lange geschwiegen,
viel zu lange schon der Welt meine
mich immer wieder selbst mit ehrfürchtigem Staunen
überwältigende Weisheit vorenthalten.
Nun aber kann ich vor mir selbst,
der Mitwelt und der Nachwelt,
nicht länger verantworten wortlos zuzukucken
wenn andere Kappes reden.

Die pflichtschuldige Ehrfurcht, mit der man
in meinem Land mittelmässige Schriftsteller
zu moralischen Instanzen hochjubelt
bis nicht nur die selbst, sondern auch das Nobelkomitee
dran glauben müssen, empfinde ich als ein Ersticken
wirklich kreativer Entwicklungen, eine gewaltige,
organisierte Verlangweiligung der Literatur,
der es gelingt selbst aus den so vielversprechenden Teilen
“Gras” und “rauchen” eine nervtötende Langeweile zusammenzusetzen.

“Warum haben Sie bis jetzt geschwiegen?”, hör ich Sie da fragen,
aber hab ich ja garnicht, mir hört ja nur keiner zu!
Aber wenn der Pfeifenheini einen Furz lässt
machen alle Exegeten Überstunden.

Günter hat gesprochen.
Im Iran ist ein Sack Uran umgefallen.